
In der Tagespflege am Langelinienwall sprechen wir von Gästen, nicht von Patienten. Wir betrachten die zu betreuenden Besucher als Gäste des Hauses. Wir sind bemüht, die Gedanken- und Vorstellungswelt des jeweiligen Gastes zu erfassen, um seinen Wünschen und Bedürfnissen so weit wie möglich gerecht werden zu können. Um dies gewährleisten zu können werden die Gäste nach der Bezugspflege betreut. Das heißt, dass sie von einer ihnen zugesprochenen Pflegekraft von der Aufnahme bis zum Ausscheiden betreut werden. Die Bezugspflegekraft übernimmt alle Aufgaben im Rahmen des Pflegeprozesses (bei Pflegehilfskräften ist eine Pflegefachkraft im Hintergrund und überwacht die einzelnen Aufgaben) und dient als fester Ansprechpartner für den Klienten und alle an der Pflege und Betreuung Beteiligten (Ärzte, Angehörige, Therapeuten etc.).
Der Umgang mit den Tagespflegegästen ist geprägt durch Empathie und Respekt, vor dem Hintergrund der individuellen Lebensgeschichte. Damit das Pflegeteam in enger Zusammenarbeit die verfolgten Ziele in immer gleichbleibender Qualität realisieren kann, arbeiten wir nach den folgend aufgeführten Leitsätzen. Die Leitlinien beschreiben die innere Einstellung der Mitarbeiter zum pflegerischen Handeln und zum Tagespflegegast als pflegebedürftigen Menschen. Ferner drücken die Leitsätze die Visionen aus, die mit der Einrichtung verfolgt werden. Die Leitsätze sind für alle Mitarbeiter/-innen verbindlich.
Es ist das Anliegen der Pflegedienstleitung der Tagespflege, dieses Leitbild mit dem Team der Tagespflege regelmäßig zu evaluieren und somit eine lernende und sich weiterentwickelnde Organisation darzustellen.
Wir bieten unseren Gästen die größtmögliche Wahlmöglichkeit in der Gestaltung ihres Tagesablaufs, um ihnen weitgehend ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben zu ermöglichen. Dabei sind wir offen, auf Veränderungen zeitnah und flexibel zu reagieren. Zur Berücksichtigung der Individualität des Gastes beziehen wir ihn in die Pflege und Betreuung ein. Das nötige Vertrauensverhältnis und eine persönliche Atmosphäre schaffen wir, indem wir dem Gast stets mit Freundlichkeit und Toleranz begegnen.
Die Tagespflegegäste sind für uns nicht nur Symptome oder Diagnosen. Wir sehen ihre körperlichen Bedürfnisse im Zusammenhang mit ihren seelischen und geistigen Bedürfnissen. Diese Betrachtungen geschehen immer vor dem Hintergrund der jeweiligen Biografie. Um dieser Ganzheitlichkeit besser gerecht zu werden zu können, wird zu bestimmten Aktivitäten das Modell der Gruppenpflege angewandt. Das ermöglicht eine optimale Betreuung nach den individuellen Bedürfnissen und eine zielgerichtete Förderung anhand der körperlichen und geistigen Probleme und Ressourcen.
Die pflegerische Arbeit wird zusammen mit der SIS und den individuellen Maßnahmenplänen in einem einheitlichen Formularsystem erfasst. Dieses basiert auf der Grundlage der Aktivitäten des täglichen Lebens (AEDL-Modell), angelehnt an das Pflegemodell von Monika Krohwinkel. Das Dokumentationsmodell ist für alle Mitarbeiter/-innen verbindlich und wird durch regelmäßiges Training und Schulungen in den Pflegealltag eingeführt.
Nicht nur aus der gesetzlichen Pflicht heraus, auch aus persönlicher Überzeugung, ist die Personalentwicklung für uns ein ganz wichtiger Aspekt, sprich die Aus-, Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Zum einen im Sinne unserer Kollegen und Kolleginnen, um ihr Wissen stets zu aktualisieren und sie kontinuierlich zu fördern und zu fordern, zum anderen im Sinne unseres Unternehmens, um unsere Kunden stets nach den neuesten Erkenntnissen der Pflege- und Gesundheitswissenschaften, sowie der Medizin versorgen, betreuen und pflegen zu können.
Die Zusammenarbeit mit allen an der Pflege Beteiligten ist uns ein großes Anliegen. Durch regelmäßige Kommunikation und enge Zusammenarbeit soll eine positive Entwicklung begünstigt werden. Wir gewährleisten ein gutes soziales Klima durch Beratung, Gespräche und Informationen.
Die Einrichtung strebt eine quartiersbezogene und vernetzte Arbeit an. Die soziale Anbindung der Einrichtung und ihrer Gäste durch die Vernetzung mit im Quartier ansässigen Schulen und kulturellen Einrichtungen soll einer Isolation sowohl der Tagespflege als auch ihrer Gäste entgegenwirken. In diesem Zusammenhang sind wir offen für ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Tagespflege soll eine Begegnungsstätte für das umliegende Quartier, Tagespflegegäste, Angehörige und Mitarbeiter darstellen.